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Panoramabild Soziales - viele ineinandergreifende Hände
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Armutsbekämpfung

Armuts- und Reichtumsbericht

Im Auftrage des Landtags erstellt das Sozialministerium in regelmäßigen Abständen Armutsberichte. Der vierte Bericht aus dem Jahr 2009/2010 wurde unter Mitwirkung der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Lande Rheinland-Pfalz, des Statistischen Landesamtes sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes erarbeitet. Der Bericht kann bestellt oder als pdf-Dokument herunter geladen werden:

Download-Icon Endbericht Arbeitsfassung Druck 22.02.10 NEU1

Im Vorfeld der Berichterstattung hat das ehemalige Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Studien in Auftrag gegeben, deren Inhalte im vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Landesregierung eingeflossen sind.

Holz, Gerda. Armut(sfolgen) und Armutsprävention bei Kindern und Jugendlichen. 2007

Meier-Gräwe, Uta; Sennlaub, Angelika. Studie zu aufwertenden Stadtteilen (ehemals soziale Brennpunkte) in Rheinland-Pfalz. 2009

Schmidt, Alfons; Bieräugel, Roland; Faik, Jürgen; Hasberg, Ruth; Heid, Sabine. Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Zentrum an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Studie zur Entwicklung von Armut und Reichtum in Rheinland-Pfalz. 2009. Hier finden Sie den Endbericht sowie den Materialband als pdf-Dokumente.

Bieräugel, Roland; Heid, Sabine; Larsen, Christa; Schmidt, Alfons. Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Zentrum an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Studie zu den Ursachen eines erhöhten Armutsrisikos bei Alleinerziehenden; insbesondere in Rheinland-Pfalz. 2009

Kinderarmut

In einem reichen Land wie der Bundesrepublik darf es keine armen Kinder und Jugendlichen geben. Kinderarmut geht oft mit schlechter Gesundheit und verzögerter geistiger und emotionaler Entwicklung einher. Kinder, die in Armut aufwachsen, erbringen schlechtere schulische Leistungen, besuchen seltener höhere Schulformen, werden häufiger schon im minderjährigen Alter Eltern, rauchen häufiger, benutzen häufiger illegale Drogen und sind als Erwachsene häufiger arbeitslos. 

Aufzuwertende Stadtteile

Auch in Rheinland-Pfalz gibt es trotz intensiver Bemühungen von Land und Kommunen noch Stadt- und Ortsteile, in denen sich soziale Problemlagen konzentrieren. Gekennzeichnet sind diese zum Beispiel durch eine überdurchschnittliche Anzahl an Bezieherinnen und Bezieher von Grundsicherung und Sozialhilfe, Arbeitslose oder Migrantinnen und Migranten sowie unzureichende soziale Infrastruktur und Defizite im Bereich "Wohnung". Die Landesregierung unterstützt Kommunen und soziale Akteure vor Ort, um diese Stadt- und Ortsteile aufzuwerten und der Ausgrenzung ihrer Bewohnerinnen und Bewohner entgegenzuwirken. Eine besondere Funktion hat dabei die stadtteilorientierte Gemeinwesenarbeit.

Das Sozialministerium gewährt in neun Städten Personalkostenzuschüsse für 17,5 Fachkräfte, die Gemeinwesenarbeit leisten. Die sozialpädagogischen Fachkräfte in den benachteiligten Stadtteilen sind Anlaufstelle für die dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Sie fungieren als Lotsen und unterstützten sowohl im familiären sowie schulischen Bereich als auch bei Behörden- und Alltagsangelegenheiten.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsinitiative "Soziale Stadt" (hier Link zur Internetseite des Innenministeriums) Personalkostenzuschüsse für Fachkräfte der Gemeinwesenarbeit gezahlt.  

Wohnungslose

Wohnungslosigkeit stellt eine der extremsten und sichtbarsten Formen von Armut dar. In Rheinland-Pfalz gibt es allerdings auch ein breit angelegtes Engagement. Das Land als überörtlicher Träger der Sozialhilfe und die Kommunen als örtliche Sozialhilfeträger sind zuständig für die "Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten", die als spezielle Hilfeform nach dem SGB XII für den betroffenen Personenkreis zur Verfügung stehen. Sie arbeiten eng mit den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege zusammen, die entsprechende Einrichtungen und Fachkräfte stellen. Das Sozialministerium unterstützt die fachliche Arbeit der professionellen und ehrenamtlichen Kräfte in der Wohnungslosenhilfe.

In Rheinland-Pfalz gibt es 14 Resozialisierungseinrichtungen mit rund 430 Plätzen für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten. Hinzu kommen 100 Plätze in 14 vom Land anerkannten Wohngemeinschaften für wohnungslose Menschen und Haftentlassene. Das Land finanziert Einrichtungen und anerkannte Wohngemeinschaften über Vergütungs- beziehungsweise Tagespauschalsätze und unterstützt diese durch eine enge fachliche Kooperation. Ähnlich wie in den Einrichtungen für behinderte Menschen wird auch in den Resozialisierungseinrichtungen für Wohnungslose die individuelle Teilhabeplanung erfolgreich angewandt.

Darüber hinaus findet in Rheinland-Pfalz eine gezielte Unterstützung der Menschen statt, die "auf der Straße leben". Mit finanzieller Unterstützung und im Auftrag des Ministeriums verteilt beispielsweise die Obdachloseninitiative "Platte" im Landkreis Mainz-Bingen im Rahmen der gesundheitlichen Vorsorge seit vielen Jahren in den Wintermonaten Schlafsäcke, Winterbekleidung sowie Iso-Matten an wohnungslose Menschen sowie auch an Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. Bei Bedarf werden diese Personen auch bis 24.00 Uhr in eine Übernachtungs- oder Resozialisierungseinrichtung für wohnungslose Menschen oder in ein Krankenhaus gebracht.

Außerdem stellt das Sozialministerium für die Struktur in der Stadt Bad Kreuznach einen Personalkostenzuschuss zur Beschäftigung eines Streetworkers zur Verfügung. Dessen Aufgabe besteht darin, wohnungslose Menschen aufzusuchen, zu betreuen und wieder in die Gemeinschaft einzugliedern. Daneben übernimmt dieser im Auftrage der ARGE die Auszahlung der Tagessätze an wohnungslose Menschen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.lsjv.de/soziales.